Mein ganzes Schreiben ist in diesem Jahr von meiner Familie geprägt. Ich arbeite sie auf –  die Geschichte, das Gute und das Böse. Besonders mit der Figur meines mit neunzehn Jahren im Zweiten Krieg gefallenen Onkels Karlheinz, der als kleiner Prinz in diesem Bild der Wilden Zwanziger in der Mitte vorne sitzt und wohl nicht ahnt, wie kurz sein Leben sein wird, fühle ich eine gewisse Verbindung.

Mein Großvater Oskar Hermann Max (40 Jahre älter als mein Vater, der wiederum ebenfalls 40 älter als ich war) schaut hinten rechts ins Bild hinein. Ihm, der Anfang der 1920er Deutsche Meister im 110-Meter-Hürdenlauf war, soll ich ähneln. Und ein wenig wirkt er auf diesem Bild wie ein Zeitreisender, der sich ins Bild gemogelt hat, und dadurch wirkt es auf mich, als könnte auch ich dort stehen.

Vom 14.06.-16.06.2019 wäre dann wieder das Kunstfestival 48 h Neukölln (www.48-stunden-neukoelln.de), wo ich am Samstag mit zwei weiteren Anteilen meiner selbst spreche. Dazu laufen im Kuschlowski über drei Mono-Lautsprecher in drei Stunden drei Tonspuren mit Klangkunst unterschiedlicher Länge gleichzeitig, sodass sie in drei Stunden unterschiedlich ineinander verwoben sind. Meine dazugehörigen drei unterschiedlichen Stimmen, die sich anfangs in ihrer in Futur-III erzählten Geschichte linear ergänzen, verschieben sich folglich ebenso zueinander, sodass neue verbale Sinn-Einheiten, ja, eine neue in Futur-III erzählte Geschichte entsteht.

Am  25.03.2019 läuft bei Deutschlandfunk Kultur in der Sendung Kurzstrecke mein zwölfminütiges Hörstück „Dramatic Stockhausen Dream“ (www.deutschlandfunkkultur.de), bei der Karlheinz Stockhausen in einer Sinnkrise steckt, noch nicht meint, seine Heimat sei der Sirius, und von irdischen Wurzeln träumt.

 Arnold Schönbergs Vater arbeitete als Schuhmacher und starb an einer Lungenentzündung, als sein Sohn, der spätere Entwickler der
Zwölftontechnik, fünfzehn war. Stockhausen selbst war ebenfalls erst Jugendlicher, als sein Vater, ein Volksschullehrer, während des zweiten Weltkriegs fiel und seine angeblich depressive Mutter Opfer einer Tötungsanstalt wurde. Vielleicht wegen dieser prägenden Parallele erkennt Stockhausen trotz beruflicher Unterschiede zu leiblichen und musikalischen zu übertragenen Eltern im Traum ein Muster, dem er instinktiv folgt, bis er mitten in der Nacht aufschreckt und in den Himmel schaut, um seine wahre Heimat zu erkennen.

om 14.Oktober bis 4. November 2018 wird eine Klanginstallation bei der Klanggalerie  „ohrenhoch, der Geräuschladen“ (www.ohrenhoch.berlin) im Rahmen von sound activism 2018 laufen, bei der ich Stimme und Text der Perfomance-Künstlerin  Charis Nass (http://charisnass.de) in meine Klangwelten einbette.

Ein Hörbeispiel:

Am 18.03.2018 ist Premiere der Inszenierung des Stücks „Dreier“ (J. Roselt) in der Regie von Jessica S. Cremer (www.jessica-sonia-cremer.com) am Landestheater Detmold, bei dem ich die gesamte Sound-Kulisse gemacht habe: http://www.landestheater-detmold.de/theaterstueck/dreier-174/

Die nächsten Hörkunst-Termine finden dann beim Kunst-Event 48-Stunden-Neukölln in doppelter Form statt:

Am 23.06.2018 im offiziellen Rahmenprogramm mit der Klanginstallation „reality makes the sound“ im Kuschlowski, bei der ich vor allem mit Bar-Geräuschen  arbeite  und die der Musiker Patrick Kuhn live begleitet (https://48-stunden-neukoelln.de/de)

 

Am 24.06.2018 bei der Finissage in der Fotofabrik, bei der ich in einem Soundscape akustisch auf die Foto-Arbeiten von Elise Corvaglia (Be) & Annabel Werbrouck (Be/ De) eingehe (http://www.fotofabrikblnbxl.eu/news)

 

Lesungen:

1. Dezember 2017, 19:00 Uhr, Stadtschloss Moabit (im Rahmen von Moabit liest!)

12. Januar 2018, 20:15 Uhr, Schloßsalon Hohenschönhausen (im Rahmen der Auftaktveranstaltung)

Nach vielen Jahren, in denen ich in vielen Bands spielte, meistens als Bassist, manchmal auch als Gitarrist und Sänger, wende ich mich zunehmend Klangformen zu, die keine klassischen Songstrukturen besitzen, allermeist auf Fieldrecordings beruhen und in Richtung Soundart  oder Musique concrète gehen.

Auf Bandcamp erscheint in diesem Sinne ein Teil meiner Arbeit, welche einerseits in Ambient-Tradition von William Basinski oder Brian Eno steht, aber auch andererseits in Richtung Filmmusik geht. Ein Exempel mit Klavier und elektronischer Klangerzeugung, tonal zeitweise fast Neue Musik mit Jazzanleihen und Soundscape, insgesamt aber wohl dem Neo Klassik zuzuordnen:

 

 

Am 25.09.2017 erscheint:

Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung schreibt dazu:
„Der Autor Hans Kämmerer hat eine Sprache, die knapp ist, präzise, ein wenig eigen und deswegen genau richtig.“

Ich möchte dem noch hinzufügen, dass Vögel eine wichtige Rolle spielen und für mich die emotionale Welt meiner Antiheldin namens Meta tonal derart beschreibbar ist:

Oftmals in meinem Leben, da der Fokus dafür groß ist, ergeben sich Symbole, die mich beglücken, wie dieser Hund, ein Schatten, der an einer Tür in einem verwaisten Büro im Flughafen Tempelhof entsteht, weil ich da für ein Selbstportrait auf einem Stuhl sitze, beschienen von der Sonne, die durch den Hangar scheint.

(© Hans Kämmerer, aufgenommen während der Recordings im Candy Bomber Studio für das zweite Album der Band Chaplin, http://www.chaplin.de/)

Lesungen:

08.09.16, 20 Uhr: Premiere Dorotheenstädtische Buchhandlung

22.09.16, 20 Uhr: Café Tasso

16.10.16, 17 Uhr: Café Moosgarten

12.11.16, 20 Uhr: Naumann Drei

19.01.17, 18.30 Uhr: Café Sibylle

24.02.17, 19.30 Uhr: Café/Antiquariat Morgenstern

Der Pressetext fasst das derart zusammen: „Hans Kämmerers ausgeklügeltes Debüt changiert meisterhaft zwischen der einstigen und heutigen Modestadt Berlin und treibt ein kunstvolles Spiel mit dem Schein und Sein. Dabei bannt der Autor einstige Milieus und jetzige Kieze aufs Trefflichste in Worte und Bilder.“

Ich sage dazu: „Hinter dem Krimi steckt eine wahre Geschichte in Märchenform.“

Kontakt E-Mail: Hans Kämmerer